StartseiteStammbaumDer Name RÖTZSCHKE

Wie auf der Eingangseite beschrieben, nährten die Großeltern Rötzschke die Legende, daß ein Standesbeamter das "Z" in den Namen hineingeschrieben habe.

Nach unseren Recherchen war dies jedoch die halbe Wahrheit.
Alle direkten Ahnen bis vor 1800 wurden mit "Z" in den Urkunden erwähnt. Dennoch ergab sich hier bereits eine erste Abwandlung des Namen. Bis ins Jahr 1887 wurden alle Ahnen mit "oe" als "Roetzschke" erwähnt. Erst mit Geburt von Paul Herman Rötzschke ist die heutige Schreibweise in unserer Familie belegt. Und an dieser Stelle ist der erste wahre Kern der Großeltern-Legende: Dieser Ahn ist tatsächlich der Vater des Großvaters.

Aber was hat es mit dem fehlerhaften "Z" auf sich? Hier sind die Kirchenbucheinträge aus Wehrsdorf für die Kinder von Michael Roetzschke und Johanne Christiane Müller sehr aufschlußreich. Aus gemeinsamer Ehe sind die Kinder wie folgt aufgeführt bzw. geschrieben:

Christiane Wilhelmine Roetschke

Johann Karl Ernst Rötschke

Carl Heinrich Roetzschke

Carl Hermann Roetzschke

Karl Traugott Wilhelm Rötschke



Innerhalb einer Generation entstanden somit drei verschiedene Schreibweisen des Namens. Und hier ist der zweite Teil der Wahrheit. Der Pfarrer schrieb kein "Z" hinein, sondern er ließ es hier und da verschwinden.

Sicher ist dies nur allzu verständlich, wenn man bedenkt, daß viele unserer Vorfahren weder lesen noch schreiben und somit schwerlich ihren Namen buchstabieren konnten. Und auch von den jeweiligen kirchlichen Vertretern, welche die Register führten, dürfen wir nicht eine umfassende Schreibkenntnis erwarten. Hinzu kommen die unterschiedlichen Dialekte zwischen Ansässigen und den dorthin versetzten kirchlichen Vertretern.
Rolf Nowak brachte in seiner "Einführung in die Praxis der Familienforschung" hierfür ein schönes Beispiel:
"Ein krasses Beispiel von Namensveränderung findet sich in einem alten Kirchenbuch in der Nähe von Uslar. Hier taucht bereits schon im Jahre 1636 der Name Ölmann, auch Öhlmann geschrieben, in den Kirchenbüchern auf. Bis etwa zum Jahre 1750 findet sich der Name sehr häufig. Mit Wechsel der Pfarrstelle ist dieser Name plötzlich gänzlich aus den Büchern verschwunden. Der neue Pastor war wohl ein Vertreter guter hochdeutscher Sprache. Aus Öhlmann - übrigens die plattdeutsche Aussprache im Norden (Ö(h)l)für Eule - machte er kurzerhand Eulemann. Somit hießen alle Öhlmanns fortan Eulemann."

Doch zurück zu "Rötzschke" oder "Roetschke" oder wie auch immer. Es existieren im deutschen Sprachraum verschiedene Abwandlungen des Namens. Neben allen mit Roet(z)sch existieren noch die Ritzschkes, Reschkes und Roicks. Man könnte den Ursprung auf Ortschaften beziehen, wie auf Rötzsch bei Wittenberg (Sachsen-Anhalt) oder auf Roitzsch bei Dresden. So kann man es zum Beispiel bei Prof. Udolph nachlesen:
"Rötzscher - Herkunft Sachsen/Tschechien; stammt vermutlich von Ortsnamen, z.B. Roetzsch in der Nähe Dresdens bzw. Roitzsch (3x in Sachsen)"

Laut Horst Naumann kommt der Namensstamm "Rotzsch(e), Rottsch(e) und Rötzsch" nur vereinzelt als Variante "Roitsch" oder "Roick" vor. Jedoch stimmen Udolph und Naumann darin überein, daß sich aus Wohnorten bzw. Örtlichkeitsnamen der Nachname entwickelte. Dies trifft jedoch nur auf den Namensstamm ohne "Z" zu. Hier bezieht sich also "Rötschke" auf das mittelhochdeutsche
"ro(t)sche, ru(t)sche oder rütsche", was "jäher Bergabhang oder Fels" zu bedeuten hat.

Bei den Namensstämmem mit "Z" wurde aus einer Koseform ein Rufname, welcher auf das altdeutsche "hruod" für "Ruhm" zurückzuführen ist.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß im deutschen Sprachraum 1337 erstmals der Name "Rösch" urkundlich erwähnt wird.

Nach unserem heutigen Forschungsstand existiert noch das ruhmreiche "Z" in der Ahnenreihe. Ob es jedoch in der entfernteren Vergangenheit seinen angestammten Platz hat, werden unsere weiteren Nachforschungen zeigen.

Namenskartierung RÖTZSCHKE

Folgende Namenskartierungen sind GeoGen entnommen.

In der Gegenwart verteilen sich die Träger des Namens "Rötzschke" auf folgende Regionen in der BRD:


Namenskartierung RÖTSCHKE

In der Gegenwart verteilen sich die Träger des Namens "Rötschke" auf folgende Regionen in der BRD:


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