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Friedrichsthal, als Ortsteil von Wehrheim im Taunus, kann auf eine umfangreiche Siedlungsgeschichte verweisen.
So zeigen jüngste Ausgrabungen in Wehrheim bereits eine Besiedlung in der Urnenfelderzeit (11./10. Jahrhundert v.u.z.).

Später siedelten die Kelten in diesem Gebiet, welches die nördlichste Ausdehnung der Kelten markierte. Hiervon zeugen noch verschiedene Hügelgräber rund um Friedrichsthal, wie z.B. im Kirchwald oder im Osten und Westen von Pfaffenwiesbach.

Im Norden des heutigen Hessen siedelten elbgermanische Stämme, welche sich jedoch im 3. Jahrhundert v.u.Z. infolge der Errichtung des Markomannen-Reiches in Böhmen aus Hessen zurückzogen.
Zeitgleich wanderten Gruppen aus der rhein-weser-germanischen Kultur in diese Gebiete ein. Dieser Sippenverband wird heute als der „chattische Traditionskern“ angesehen.
Im späten 2. Jahrhundert v.u.Z., zur Zeit der Markomannen-Kriege, erfolgte ein erneuter Zuzug elbgermanischer Gruppen.

Auch aus dieser Zeit sind Zeugnisse geblieben. Auf dem Holzberg mit der Marienkapelle sind noch heute germanische Wehrgräben und Wehrwälle zu entdecken.
Wie bei der damaligen christlichen Missionierung üblich, in welcher die heidnischen Gottheiten und heiligen Plätze assimiliert wurden, ist davon auszugehen, dass auch auf dem Holzberg die christliche Kapelle auf dem Standort einer germanischen Thingstätte errichtet wurde.

Während die Chatten lange als Verbündete Roms agierten, änderte sich dies, als der römische Heerführer Drusus im Jahre 11 v.u.Z. zwei Militärstützpunkte am östlichen Rheinufer anlegte, wovon eines auf dem Stammesgebiet der Chatten lag.
Fortan werden die Chatten zu Roms hartnäckigstem Gegner.

Das Gebiet rund um Friedrichsthal taucht im Jahre 70 u.Z. wieder in der Geschichte auf, als der römische Kaiser Vespasian einen der vielen germanischen Aufstände, an denen die Chatten beteiligt waren, niederschlägt und unter anderem die Wetterau besetzt.

In den Jahren 83 bis 88, während des Chattenkrieges Domitians, werden in den Wäldern des Taunus erste Vorbereitungen für den Bau des Limes getroffen.
Bis 117 wird der Limes dann fertiggestellt und das Teilstück, zu welchem auch Friedrichsthal zählte, wird fortan als obergermanischer Limes bezeichnet.
Neben den Wallanlagen entstanden auch mehrer Kastelle, wie z.B. das einzig rekonstruierte Limeskastell Saalburg bzw. die Kapersburg bei Pfaffenwiesbach. Weitere Kastelle in der Nähe waren das Kastell Ockstädter Wald, Kastell Langenhain, Kaisergrube und Am Eichkopf.

Der Limes in den Wäldern des Taunus ist noch heute sehr gut sichtbar, während er bei Langenhain der Landwirtschaft zum Opfer fiel und eingeebnet wurde.
Die Bewohner von Langenhain-Ziegenberg nutzten das Material des Kastells zum Hausbau. Aber auch zum Bau der Kirche, wie ein Stein in der Außenwand der Kirche belegt.

Zusätzlich zur Saalburg ist auch noch ein wieder errichteter Römerturm auf dem Gaulskopf im Osten von Friedrichsthal zu besichtigen.

Die römische Präsenz in Hessen endete spätestens im Jahre 406, als die germanischen Stämme Alanen, Sueben und Vandalen in der Sylvesternacht den Rhein überschritten und Mainz zerstörten. Im Zuge dessen nahmen die Chatten die Wetterau wieder in ihren Besitz.

Übrigens leidet sich das heutige Wort „Hessen“ von dem hier siedelnden germanischen Stamm der Chatten ab.

... wird fortgesetzt

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